Laut CEO Gernot Döllner prüft die Audi-Führung die Möglichkeit, ein hochwertiges, leistungsfähiges Geländefahrzeug zu entwickeln – aber nur, wenn es finanziell sinnvoll ist. Der Schritt würde eine Lücke im Luxusmarkt schließen, wo robuste SUVs wie die Mercedes-Benz G-Klasse und der Land Rover Defender eine starke Nachfrage verzeichnen, aber er hängt eher von der Nutzung bestehender Plattformen als von kostspieligen Neuentwicklungen ab.
Die Herausforderung: Eine Body-on-Frame-Plattform
Das Kernthema ist die Infrastruktur. Um in diesem Segment konkurrenzfähig zu sein, benötigt Audi eine geeignete Karosserie-auf-Rahmen-Plattform. Im Volkswagen-Konzern fehlt seit Jahren ein direktes Pendant zur G-Klasse oder zum Defender. Obwohl es den Amarok-Pickup gibt, ist er nicht als Luxus-Offroader positioniert und die neueste Generation teilt ihre Architektur mit dem Ford Ranger – einer weniger prestigeträchtigen Basis.
Die Marke Scout nutzen
Der logischste Weg nach vorne könnte in der neu belebten Marke Scout des VW-Konzerns liegen. Scout Motors wird voraussichtlich im Jahr 2024 den Pickup Terra und den SUV Traveller auf den Markt bringen, die beide auf einer speziellen Karosserie-auf-Rahmen-Architektur basieren. Diese Fahrzeuge, möglicherweise mit einem Benzinmotor zur Reichweitenverlängerung, könnten die Hardware liefern, die Audi ohne erhebliche Neuinvestitionen benötigt. Diese Strategie steht im Einklang mit Branchentrends, bei denen Automobilhersteller zunehmend Plattformen gemeinsam nutzen, um Kosten zu senken und die Produktion zu rationalisieren.
Frühere Erkundung: Das Q6 E-Tron Offroad-Konzept
Audi deutete bereits mit dem Q6 E-Tron Offroad-Konzept, das über Portalachsen verfügte, Offroad-Ambitionen an. Dieses Konzept nutzte jedoch die Premium Platform Electric (PPE), eine selbsttragende Karosserie, die für ernsthafte Geländefahrten ungeeignet war. Döllner hat ausdrücklich erklärt, dass jedes Serienmodell ein traditionelles Leiterrahmen-Chassis erfordern würde.
Timing und Erwartungen
Selbst wenn er zugelassen wird, ist es unwahrscheinlich, dass ein Audi-Offroader vor 2030 auf den Markt kommt. Das Unternehmen priorisiert derzeit andere SUV-Projekte, darunter den kommenden Q9 (ein dreireihiger Konkurrent des BMW X7 und des Mercedes-Benz GLS) und den Q7 der nächsten Generation. Dies deutet darauf hin, dass das Offroad-Projekt eher eine ferne Möglichkeit als eine unmittelbare Priorität bleibt.
Die Begründung hinter dem Interesse
Trotz der Verzögerungen ist die Idee nicht ganz abwegig. Die Tradition von Audi mit dem Allradantrieb Quattro eignet sich gut für robuste Fahrzeuge. Das Luxus-Offroad-Segment ist in den letzten Jahren explosionsartig gewachsen, und ein höherwertiges Audi-Modell könnte diese Nachfrage bedienen – möglicherweise zu einem höheren Preis als die Scout-Angebote.
Letztendlich hängt der Schritt von Audi vom Erfolg des Scout-Revivals ab und davon, ob der VW-Konzern genügend Potenzial sieht, um die Investition zu rechtfertigen. Das Projekt befindet sich noch in einem frühen Stadium, aber die Möglichkeit bleibt offen, wenn eine tragfähige Plattform vorhanden ist und die Marktbedingungen übereinstimmen.






























