Ford-CEO gibt zu, dass die Strategie für Elektrofahrzeuge fehlerhaft war, und lobt Teslas frühe Führung

8

Jim Farley, CEO von Ford, hat öffentlich erhebliche Fehltritte bei der Einführung von Elektrofahrzeugen (EV) des Unternehmens eingeräumt, Tesla direkt für seinen anfänglichen Ansatz gelobt und interne Vorurteile aufgedeckt, die Fords Fortschritt behinderten. In einem kürzlichen Interview mit Car & Driver erklärte Farley, er hätte es „ganz anders gemacht“ und räumte ein, dass es Ford schon früh an kritischen Erkenntnissen mangelte.

Teslas Einfluss auf Fords Verwirklichung

Farley erzählte von einem entscheidenden Moment, als Ford-Ingenieure ein Tesla-Fahrzeug zerlegten, eine Erfahrung, die sie „völlig verblüfft“ zurückließ. Die Analyse ergab Teslas überlegene Effizienz beim Kabelbaumdesign – 70 Pfund leichter und 1,6 Kilometer kürzer als Fords erste Mach-E-Version. Diese Entdeckung verdeutlichte Fords interne „Vorurteile“ gegenüber etablierten Lieferketten und seine Zurückhaltung, sich vollständig auf eine optimierte EV-Architektur einzulassen.

„Wir hatten Vorurteile. Wir gingen zu unserem Lieferkettenmitarbeiter und sagten: ‚Kaufe einen anderen Kabelbaum‘. [Tesla] sagte: ‚Lass uns das Fahrzeug für die niedrigste, kleinste Batterie entwerfen‘. Ein völlig anderer Ansatz.“

COVID und Marktverzerrungen

Der CEO verwies auch auf COVID-19 als Störfaktor und signalisierte fälschlicherweise eine hohe Nachfrage, die die zugrunde liegenden Kostenprobleme verschleierte. Die Chipkrise verschärfte die Probleme zusätzlich und ermöglichte es Ford, Fahrzeuge zu überhöhten Preisen zu verkaufen, ohne grundlegende Ineffizienzen zu beheben. Dieser vorübergehende Erfolg verschleierte die Tatsache, dass die Elektrofahrzeuge von Ford letztlich unrentabel waren, was zu einem EBIT-Verlust von 4,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 führte.

Strategische Veränderungen und Zukunftspläne

Angesichts dieser finanziellen Realität hat Ford ehrgeizige EV-Projekte zurückgefahren, einschließlich der Streichung des F-150 Lightning zugunsten eines Elektrofahrzeugs mit erweiterter Reichweite (EREV) mit einem Benzinmotor-Generator. Dieser Schritt spiegelt eine umfassendere Abkehr vom direkten Wettbewerb mit etablierten Elektromarktführern wie Tesla und General Motors wider. Stattdessen konzentriert sich Ford auf eine neue „Universal EV“-Plattform, die auf Erschwinglichkeit und Massenproduktion abzielt.

Das erste Modell, ein Kleintransporter in Ranger-Größe, der 2027 erscheinen soll, strebt einen Grundpreis von unter 30.000 US-Dollar an. Es wird auch über autonome Fahrtechnologie der Stufe 3 verfügen, eine Funktion, die andere große Automobilhersteller aus Sicherheits- und Regulierungsgründen aufgegeben haben.

Die wachsende Bedrohung aus China

Farley würdigte den schnellen Fortschritt der chinesischen Autoindustrie und erklärte, Ford sei „schockiert“ über die Qualität und Innovation lokaler Marken nach der COVID-Krise. Mit staatlicher Unterstützung übertrafen chinesische Autohersteller Ford schnell in Bezug auf Design, Technologie (einschließlich Batteriewechsel von Nio) und Gesamtfähigkeit der Elektrofahrzeuge. Dies hat dazu geführt, dass Ford Schwierigkeiten hat, auf dem größten Neuwagenmarkt der Welt zu bestehen.

Fords strategische Anpassungen stellen ein offenes Eingeständnis vergangener Fehler dar. Das Unternehmen legt nun Wert auf Kosteneffizienz und nutzt Partnerschaften (wie die Volkswagen MEB-Plattform für europäische Modelle), um in der sich entwickelnden Elektrofahrzeuglandschaft wieder Fuß zu fassen.