Lotus, der britische Autohersteller, der noch vor fünf Jahren eine rein elektrische Zukunft versprach, bereitet sich nun auf die Einführung einer Reihe von Plug-in-Hybridfahrzeugen vor. Diese Verschiebung spiegelt einen breiteren Trend unter Herstellern wider, die ehrgeizige EV-Ziele mit der Realität der Verbrauchernachfrage und Infrastrukturbeschränkungen in Einklang bringen. Das Unternehmen wird mit einer Hochleistungs-Hybridversion seines Eletre-SUV beginnen, die Anfang 2026 auf den chinesischen Markt kommen soll, gefolgt von Lieferungen in Europa später in diesem Jahr.
Hybridpläne nehmen Gestalt an
Feng Qingfeng, CEO von Lotus, gab bekannt, dass der erste Plug-in-Hybrid eine Gesamtleistung von 912 PS liefern wird. Das Unternehmen hat Pläne für drei Hybridmodelle bestätigt, darunter eine Hybridversion der Emeya-Limousine und einen kleineren SUV, der derzeit als Vision
Im Hyper-Hybrid-Antriebsstrang
Der neue Antriebsstrang mit der Bezeichnung „Hyper Hybrid“ basiert auf einer elektrischen Hochspannungsplattform (900 V), die für schnelles Aufladen ausgelegt ist – von 10 % auf 80 % in nur zehn Minuten mit kompatibler Infrastruktur. Das System ist so konzipiert, dass der Verbrennungsmotor als Bordgenerator fungiert und die Batterie während der Fahrt auflädt. Obwohl Lotus die Motordetails nicht bekannt gegeben hat, deuten Branchenberichte darauf hin, dass ein Vierzylinder mit Turbolader am wahrscheinlichsten ist.
Warum das wichtig ist
Der Schritt unterstreicht eine pragmatische Anpassung an die Marktbedingungen. In bestimmten Regionen stößt die vollständige Einführung von Elektrofahrzeugen aufgrund von Lücken in der Ladeinfrastruktur und der Zurückhaltung der Verbraucher auf Hürden. Hybridfahrzeuge schließen diese Lücke, indem sie eine größere Reichweite und Vertrautheit bieten und gleichzeitig die Emissionen reduzieren. Lotus geht davon aus, dass die Hybridmodelle die Reichweite erheblich verlängern werden, mit einem Potenzial von bis zu 684 Meilen (1.100 km) zwischen den Stopps – eine erhebliche Verbesserung gegenüber der Reichweite des vollelektrischen Eletre von 254 bis 373 Meilen.
Diese Entscheidung zeigt auch, dass selbst Marken, die sich der Elektrifizierung verschrieben haben, den Wert eines vielfältigen Portfolios erkennen, um den unterschiedlichen Verbraucherpräferenzen und geografischen Einschränkungen gerecht zu werden. Die Einführung von Hybridmodellen ist ein kalkulierter Schritt zur Beschleunigung des Wachstums und zur Expansion in breitere Märkte, darunter Italien, Spanien und Saudi-Arabien.
Der Pivot von Lotus zeigt, dass der Übergang zur Elektromobilität nicht immer linear verläuft. Autohersteller müssen sich anpassen, um die langfristige Rentabilität sicherzustellen und ein breiteres Publikum anzusprechen.



























