Mercedes stellt seinen legendären Rennwagen „Red Pig“ neu vor

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Der ehemalige Chefdesigner von Mercedes-Benz, Gorden Wagener, hat eine beeindruckende moderne Interpretation des legendären Rennwagens 300 SEL „Red Pig“ enthüllt. Das als „ungesehenes Showcar“ beschriebene Konzept aktualisiert den historischen Rennwagen vor Wageners jüngstem Abgang mit aktuellen Mercedes-Designelementen.

Eine moderne Interpretation einer Rennlegende

Das neu gestaltete „Red Pig“ behält den Geist des Originals bei und integriert gleichzeitig zeitgenössische Stilelemente. Die klassischen gestapelten Scheinwerfer werden durch das markentypische dreizackige Sternmotiv ersetzt, und eine markante Chromversion des „Iconic Grille“, der erstmals bei der Vision Iconic-Studie und dem neuesten GLC zu sehen war, dominiert die Frontschürze. Moderne aerodynamische Merkmale, darunter ein Frontsplitter, Seitenschweller und ein Heckdiffusor, unterstreichen den aggressiven Auftritt des Fahrzeugs. Dezente runde Lauflichter betonen die Vorder- und Rückseite und sorgen für einen Hauch von futuristischem Flair.

Tradition und Innovation verbinden

Das Design weicht von der blockigen Dachlinie und dem Heck des ursprünglichen 300 SEL ab und entscheidet sich für eine kurvigere Silhouette, die von der früheren „Ponton“-Limousine aus den 1950er-Jahren inspiriert ist. Dies deutet auf eine bewusste Anstrengung hin, das neue Design mit der tieferen Automobilgeschichte von Mercedes zu verbinden.

Die Lackierung ist eine Hommage an den Auftritt des Wagens beim 24-Stunden-Rennen von Spa 1971, ersetzt jedoch echte Sponsorenlogos durch fiktive Entsprechungen – zum Beispiel wird Castrol durch „Carlsbad“ ersetzt, eine Anspielung auf das fortschrittliche Designstudio von Mercedes in Kalifornien. Dieses verspielte Detail unterstreicht den spekulativen Charakter des Konzepts.

Warum das wichtig ist: Sich in einem überfüllten Markt von der Masse abheben

Die Bereitschaft von Mercedes, retromoderne Designs wie dieses zu erkunden, zusammen mit dem Vision Iconic-Konzept, unterstreicht die Strategie der Marke, sich von der wachsenden Welle neuer chinesischer Konkurrenten abzuheben. Wagener betonte zuvor die Bedeutung von „Respekt“ in der neuen Designsprache von Mercedes und erklärte, dass Kunden ein Produkt verdienten, das ihren Erfolg widerspiegele.

„Sie verdienen etwas Respekt, wenn Sie einen Mercedes kaufen … Sie haben etwas aus sich gemacht und waren im Leben erfolgreich, also verdienen Sie dafür etwas Respekt.“

Der Schritt deutet darauf hin, dass Mercedes seine Tradition nutzen will, um seine Premium-Markenidentität in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld zu stärken. Während konkrete Pläne für retromoderne Straßenfahrzeuge noch ungewiss sind, signalisiert das Konzept den Wunsch des Designteams, das Erbe der Marke zu würdigen.

Bastian Baudy, ehemaliger Designchef von Mercedes-AMG, ist nach 28 Jahren im Unternehmen die Nachfolge von Wagener angetreten. Die zukünftige Ausrichtung des Mercedes-Designs wird wahrscheinlich auf diesen Themen des Erbes und der Besonderheit aufbauen.