Nationale Parkplattform: Kommunen stehen unter Druck, eine universelle App einzuführen

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Englands Kommunalverwaltungen könnten bald gesetzlich dazu ermutigt werden, der National Parking Platform (NPP) beizutreten, einem zentralisierten System, das die Parkgebühren für Autofahrer vereinfachen soll. Der Schritt zielt darauf ab, Verwirrung und unfaire Bußgelder zu beseitigen, indem Autofahrern die Nutzung von sechs großen Park-Apps – darunter RingGo und PayByPhone – an allen teilnehmenden Standorten ermöglicht wird.

Aktuelle Akzeptanz und staatlicher Vorstoß

Das im Mai letzten Jahres gestartete NPP hat bereits über 10 Millionen Transaktionen abgewickelt. Mittlerweile beteiligen sich 15 Kommunen und über 1.200 Parkplätze. Allerdings plant die Regierung, diese Woche gesetzliche Leitlinien einzuführen, wodurch mehr Räte effektiv zum Beitritt gedrängt werden. Auch wenn gesetzliche Leitlinien nicht rechtsverbindlich sind, haben sie doch erhebliches Gewicht, und die lokalen Behörden müssen eine stichhaltige Begründung für ihre Nichtbeachtung vorlegen.

Dieser Vorstoß ist Teil der umfassenderen Verkehrsstrategie „Better Connected“, die auch die Erweiterung des Kernkraftwerks um Straßenbenutzungsgebühren und Gebühren für das Laden von Elektrofahrzeugen prüft. Ziel ist es, mehrere Zahlungssysteme auf einer einzigen, einheitlichen Plattform zu bündeln.

Frustration der Fahrer über vorhandene Apps

Das NPP adressiert ein echtes Problem für Autofahrer. Eine aktuelle RAC-Umfrage unter 1.700 Autofahrern ergab, dass 74 % Probleme bei der Nutzung von Park-Apps hatten. Zu den häufigsten Beschwerden gehören ein schlechter Mobilfunkempfang, App-Fehlfunktionen und eine ungenaue Standorterkennung. Über 60 % der Autofahrer nutzen mindestens zwei Park-Apps, 36 % verlassen sich auf drei oder mehr.

Dieses fragmentierte Erlebnis ist der Grund dafür, dass 46 % der Fahrer immer noch Bankkarten oder digitale Geldbörsen (Apple Pay/Google Pay) bevorzugen und viele sich über die Abschaffung von Münz- und Kartenautomaten zugunsten reiner App-Zahlungssysteme ärgern. Der RAC weist darauf hin, dass auch Sicherheitsbedenken weit verbreitet sind, da Park-Apps häufig nicht über die Sicherheitsindikatoren verfügen, die auf Standard-Websites zu finden sind.

Warum das wichtig ist

Das NPP ist eine Reaktion auf die wachsende Frustration über ein kaputtes System. Autofahrer sind gezwungen, mehrere Apps herunterzuladen, wiederholt Zahlungsdaten einzugeben und riskieren Bußgelder aufgrund technischer Probleme. Das Eingreifen der Regierung signalisiert die Erkenntnis, dass eine einheitliche Lösung erforderlich ist.

„Parken sollte eine der einfachsten Aufgaben sein, die jeder Autofahrer erledigt, aber die Navigation durch eine Vielzahl unterschiedlich gestalteter Apps kann mühsam sein“, sagt Rod Dennis, Senior Policy Officer bei RAC.

Der Erfolg des NPP hängt von der breiten Akzeptanz durch Kommunen und Parkunternehmen ab. Bei effektiver Umsetzung könnte es das Parkerlebnis für Millionen von Autofahrern erheblich verbessern.