Xiaomi hat seinen ersten juristischen Sieg in einer Reihe von Klagen bezüglich der optionalen Kohlefaser-Motorhaube für sein Elektrofahrzeug SU7 Ultra errungen. Ein Gericht in Changsha, China, wies am 12. Februar 2026 gegen den Vertragshändler des Unternehmens erhobene Klagen wegen Betrugs und Vertragsbruchs ab und markierte damit eine bedeutende Entwicklung im laufenden Streit.
Der Kern des Streits
Der Fall dreht sich um ein 42.000 Yuan (ca. 5.810 USD) teures optionales Upgrade für den SU7 Ultra, das mit dem Anspruch einer verbesserten aerodynamischen Leistung und Kühlfähigkeit vermarktet wird. Kunden behaupten, dass die Serienhaube nicht mit den ursprünglichen Marketingmaterialien übereinstimmte, was auf ein fortschrittlicheres „Doppelkanal“-Design hindeutete, das einem früheren Prototyp ähnelte. Unabhängige Tests haben gezeigt, dass der Luftstrom durch die Lüftungsschlitze der Motorhaube minimal ist, was zu Vorwürfen falscher Werbung geführt hat.
Begründung des Gerichts
Das Gericht schloss sich Xiaomi an und argumentierte, dass die Marketingsprache – insbesondere Begriffe wie „hocheffizienter Luftstrom“ – nicht nachweisbar im Widerspruch zur tatsächlichen Funktion der Haube der „partiellen Luftstromabgabe“ stünden. Entscheidend ist, dass das Gericht in Xiaomis öffentlichen Äußerungen zu internen Strukturänderungen keine Hinweise auf eine vorsätzliche Täuschung fand. Der Antrag des Klägers auf eine doppelte Rückerstattung einer Kaution in Höhe von 10.000 Yuan wurde abgelehnt, der Kaufvertrag wurde jedoch mit geteilten Gerichtskosten aufgelöst.
Widersprüchliche rechtliche Ergebnisse
Dieses Urteil steht im Gegensatz zu einer früheren Entscheidung in Suzhou vom Oktober 2025, bei der ein Gericht zugunsten eines Klägers entschied und Xiaomi zur Zahlung von 156.000 Yuan (21.547 USD) verurteilte. Anhängige Fälle in Nanjing und Suzhou sind weiterhin ungelöst; Xiaomi hat eine umfangreiche technische Dokumentation – angeblich 84 Seiten lang – eingereicht, um die Leistung der Komponente zu verteidigen. Diese Divergenz verdeutlicht den Mangel an einheitlicher Rechtsauslegung in den verschiedenen Gerichtsbarkeiten Chinas.
Umsatzrückgang und umfassendere Auswirkungen
Der juristische Sieg kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach der SU7 Ultra sinkt. Die monatlichen Verkäufe gingen zwischen ihrem Höchststand und Januar 2026 um 98,5 % auf nur noch 45 Einheiten zurück. Trotz dieses starken Rückgangs stiegen die gesamten Versicherungszulassungen von Xiaomi EV von Dezember bis Januar um 15 % und erreichten 22.100 Einheiten. Dies deutet darauf hin, dass die breitere Marke Xiaomi EV relativ widerstandsfähig bleibt, auch wenn das Flaggschiff SU7 Ultra Probleme hat. Das Changsha-Urteil stellt einen rechtlichen Präzedenzfall dar, da Xiaomi landesweit mit über 100 ähnlichen Klagen wegen seiner High-End-Zubehörspezifikationen konfrontiert ist.
Dieser Fall unterstreicht die Herausforderung, ehrgeiziges Marketing mit überprüfbarer Produktleistung auf dem wettbewerbsintensiven Markt für Elektrofahrzeuge in Einklang zu bringen, insbesondere wenn das Vertrauen der Verbraucher auf dem Spiel steht. Die widersprüchlichen Urteile deuten darauf hin, dass künftige rechtliche Ergebnisse stark von den Auslegungen der örtlichen Gerichte und der Stärke der technischen Verteidigung von Xiaomi abhängen könnten.






























