Displacement ist tot. Es lebe die 2020er Jahre.

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Die lauten Jahre

Erinnern Sie sich an das Jahr 2000?

Große Fahrräder. Größeres Ego. Jeder wollte mehr Kubikzentimeter, höhere Geschwindigkeiten und Motoren, die aussahen, als würden sie schreien, nur um am Leben zu bleiben. Harley ließ die V-Rod fallen. Kawasaki brachte die Vulcan 2000 und die ZX-12R auf den Markt – das Ding war so schnell, dass es ein unausgesprochenes Tempolimit durchbrach. Yamaha hielt die VMAX am Laufen. Triumph hat uns die Rocket III geschenkt, ein Monster auf zwei Rädern.

Es war ein Übermaß. Uneinsichtig. Dann endete das Jahrzehnt. Die BMW S1000RR tauchte auf. Leise, chirurgisch, präzise. Es hat das Spiel verändert.

Der Wandel

Das Jahr 2010 war nicht schwach. Kein Zweifel. Wir haben die Ducati Panigale V4 bekommen. Die KTM 1290Super Duke R. Die Kawasaki Ninja H2, immer noch das einzige Straßenmotorrad mit Kompressoraufladung, das zählt.

Doch die Stimmung änderte sich.

Plötzlich wollte jeder irgendwo hingehen. Ducati Multistrada. Honda Africa Twin. BMW GS. Flüssigkeitsgekühlt, komfortabel, leistungsfähig. Den Menschen wurde klar, dass sie 90 Prozent ihres Tages im Verkehr und nicht auf der Autobahn verbrachten.

Die Prise

2020-Hit. Die Welt zog sich zusammen. Die Emissionsvorschriften wurden strenger. Die Vorschriften zur Kraftstoffeinsparung wurden strenger. Man konnte nicht mehr einfach mehr Leistung aus einem riesigen Motor herausholen. Die Physik funktioniert bei Ihnen nicht mehr. Die Kosten stiegen. Wer wollte Tausende für zehn zusätzliche PS bezahlen, die er in einer Stadt nie verbrauchen würde?

Die Hersteller hatten ein Problem.

Die Fahrer wollten Geschwindigkeit. Die Aufsichtsbehörden wollten Ruhe und Sauberkeit. Der Kompromiss war notwendig. Zumindest dachten wir das.

Es stellt sich heraus, dass es einen anderen Weg gibt.

Weniger ist schneller

Schauen Sie sich die Regale an. Eine 650er fährt sich heute wie eine 250er vor zwanzig Jahren. Kleinere Rahmen. Geringeres Gewicht. Weniger Metall muss bewegt werden.

Wenn man die Masse schneidet, wird alles besser. Bremsen. Kurvenfahrt. Sogar Parken in engen Parklücken.

Titan. Kohlefaser. Aluminium. Teuer? Ja. Es lohnt sich? Absolut. Weniger Gewicht bedeutet weniger Reibung. Weniger Reibung bedeutet einen geringeren Kraftstoffverbrauch. Billigere Reifen. Längeres Leben.

Auf dem Papier ist es nicht aufregend. Es funktioniert auf der Straße.

Power to Weight ist Trumpf. War schon immer so. Wird es immer sein.

Reifen und Bremsen

Motoren existieren nicht im luftleeren Raum. Sie können den besten Motor der Welt haben. Es spielt keine Rolle, wenn Sie sich nicht umdrehen können. Es spielt keine Rolle, ob Sie es können.

Reifen sind jetzt anders. Greifen Sie dort, wo Sie ihn brauchen. Rollwiderstand, wo nicht.

Bremsen? Brembo-Upgrades. Radiale Bremssättel. Gesinterte Pads. Wellenrotoren. Vor fünf Jahren waren das keine Spielzeuge für Trackday-Enthusiasten. Jetzt? Standardproblem bei Mittelklasse-Bikes. Du hörst schneller auf. Du bleibst länger aufrecht. Das fühlt sich an wie Geschwindigkeit.

Im Metall

Der Kolben hat sich nicht verändert. Wirklich. Immer noch oben. Immer noch unten. Aber es ist jetzt intelligenter.

Kürzerer Hub. Größere Bohrung. Weniger Schwung. Weniger Verschleiß. Überall vier Ventile pro Zylinder. Die variable Ventilsteuerung ist kein Luxusmerkmal. Es ist Standard bei der Yamaha R125.

Harley macht es auf dem Revolution Max. Hondas Africa Twin nutzt eine Ausgleichswelle, die die Wasserpumpe antreibt. Tötet Vibrationen. Recycelt Energie. Effizient? Brutal.

Kawasaki bleibt beim H2. Honda holt auf. Aber fast alle anderen? Sie optimieren den Verbrennungsmotor bis zur Erschöpfung. Und noch mehr.

Reibung ist scheiße

Reibung reduzieren. Leistung gewinnen. So einfach ist das.

Autos wurden auf Silica-Reifen umgestellt. Fahrräder? Sie haben jedes Lager ausgebaut. Jede Kette. Jedes Gabelrohr.

Diamantähnliche Kohlenstoffbeschichtungen. Messingketten. Die Toleranzen sind so eng, dass man über die alten Sitten lacht. Die Ölchemie ist wichtiger denn je. Laut Ducati bringt ein spezielles Öl bei der Multistrada V25RS 2,5 PS mehr Leistung.

Zwei Komma fünf Pferde.

Du fühlst es. Das Fahrrad erwacht. Es geht nicht um den Motor. Es geht darum, nichts zu verschwenden.

Das Gehirn

Die Elektronik hat alles verändert.

Sechsachsige IMUs gibt es mittlerweile überall. Es ist schwieriger, ein Fahrrad ohne zu finden als mit einem. Warum? Kontrolle.

By-Wire-Drosseln. Kurven-ABS. Motorbremssteuerung. Wheelie-Abschwächung. Sicherheitsnetze, mit denen Sie am Rand fahren können, ohne herunterzufallen.

Klar, Drähte erhöhen das Gewicht. Batterien erhöhen die Masse. Es ist ein Kompromiss. Lohnt es sich?

Ja. Speziell für Elektrofahrräder.

Ohne Computer lässt sich ein Elektrofahrzeug nicht steuern. Um das Drehmoment zu bewältigen, ist eine enorme Rechenleistung erforderlich. Damit es vorhersehbar bleibt. Um es schnell aufzuladen. Ohne Chips gibt es die EV-Revolution nicht.

Nicht nur ein Hammer

Früher dachten wir, größer sei besser.

Größerer Motor. Mehr Geschwindigkeit. Ende der Geschichte.

Das Jahr 2020 erwies sich als falsch. Sie können die Verschiebung ersetzen. Man muss nur schlau sein. Leichter. Klebriger. Intelligenter.

Ist das laute Klopfen eines Zweizylinders verschwunden? Vielleicht auch nicht.

Aber die Notwendigkeit dafür? Schnell verblassend.

Was kommt als nächstes?