Der Zonda ist noch nicht tot

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Siebzig Jahre sind für Pagani nichts. Also. Nicht ganz siebzig. Es ist 27 Jahre her, seit der Zonda die Welt zum ersten Mal schockierte, und doch stellt die Fabrik in Modena immer noch maßgeschneiderte Monster her. Der ursprüngliche Zonda-Lauf? Erledigt. Staubig. Aber Besitzer, die zu viel Geld haben, können ihr Auto trotzdem über die Unico -Abteilung zur Operation zurückschicken. Dieser besondere Überlebende ist gerade wieder in den Schacht zurückgekehrt.

Von der Wunderwaffe zum blauen Traum

Es begann als Roadster S. Langweilig genug. Vor etwa fünf Jahren wurde er jedoch umfassend umgebaut und zum Zonda Oliver Evolution Roadster. Mattsilbernes Finish, überall sichtbares Carbon, aggressive Haltung. Auffallend. Vielleicht zu auffällig. Es wurde letztes Jahr verkauft. Der neue Besitzer wartete nicht lange, bevor er das Auto zur zweiten Runde der Modifikationen in die Pagani-Werkstätten zurückbrachte.

Die Arbeit ist gerade beendet. Das Auto hat einen neuen Namen.

Cervino.

Es ist weniger radikal als der Oliver. Reiniger. Manche würden sagen, es sieht besser aus, andere würden sagen, es hat seine Seele verloren. Wer kann es ihnen verdenken? Alle Außenverkleidungen sind neu und in einem hellen Blau lackiert, das das Sonnenlicht je nach Betrachtungsweise unterschiedlich einfängt. Kleinere vordere Canards, andere Motorhaube, neue Räder. Den größten Persönlichkeitswandel erlebt jedoch das Heck. Der Double-Stack-Flügel aus der Oliver-Zeit war übertrieben. Zu viel. Dieser Ersatz ist riesig, aber zurückhaltend, näher an dem, was wir bei den jüngsten Einzelstücken sehen. Die Dachhutze? Die Haiflosse? Immer noch da. Die DNA von Zonda Cinque ist hier tief verwurzelt.

Manchmal bedeuten weniger aerodynamische Geräusche mehr optische Eleganz.

Von innen nach außen

Ein maßgeschneiderter Pagani braucht Chaos im Innenraum. Oder bestellen. Je nach Geschmack. Der Cervino tauscht schwarzes Leder gegen eine weiß-blaue Kombination, die die Sitze, Türen und das Armaturenbrett bedeckt. Hell. Riskant. Das Lenkrad folgt diesem Beispiel – ein Dreispeichen-Design mit blauem Lederbezug und Holzakzenten. Es sieht teuer aus. Es riecht neu.

Unter der Haube? Wahrscheinlich keine Änderung. Der Cervino behält wahrscheinlich den 7,4-Liter-V12 aus seiner Oliver-Zeit. Das bedeutet, dass Pagani den serienmäßigen 7,3-Liter-Motor für mehr Drehmoment und mehr Leistung aufgebohrt hat. Gleicher Herzschlag, andere Haut.

Handelt es sich um ein neues Auto? Nicht wirklich.

Ist es das gleiche Auto? Schwer zu sagen.

Pagani schneidet im „Finale“ nicht besonders gut ab. Das tun sie für immer. Oder bis der Eigentümer beschließt, es an jemand anderen zu verkaufen, der einen anderen Blickwinkel haben möchte.