Der legendäre britische Chassis-Hersteller Lola feiert ein mutiges Comeback und verbindet Rennsport-Erbe mit modernem Umweltbewusstsein. Unter der Leitung des dreifachen Formel-1-Gewinners Johnny Herbert zeigt ein neuer Blick auf den Lola T70S, dass es sich bei dieser Wiederbelebung nicht nur um Nostalgie handelt, sondern um einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise, wie Hochleistungsautos gebaut werden.
Ein wiedergeborenes Vermächtnis
Lola ist seit langem eine Titanin des Motorsports und lieferte die siegreichen Chassis für große Automobilhersteller bei prestigeträchtigen Rennen wie Le Mans, Daytona und Indianapolis. Trotz seiner bewegten Geschichte erlebte das Unternehmen eine Phase der Instabilität und meldete schließlich im Jahr 2012 Insolvenz an. Nach einer Wiederbelebung im Jahr 2022 erobert Lola mit dem T70S, einer modernen Neuinterpretation eines seiner berühmtesten Sportrennwagen, seine Position im Rampenlicht zurück.
Nachhaltigkeit trifft auf Höchstleistung
Während der ursprüngliche T70 auf Glasfaser basierte, markiert der neue T70S eine Abkehr von der traditionellen Verbundwerkstofffertigung. In einer Zeit, in der die Umweltauswirkungen von Kohlefaser – die bekanntermaßen schwer zu recyceln ist – zunehmend unter die Lupe genommen werden, hat sich Lola der Karosserie aus „Naturfaser“ zugewandt.
Zu den wichtigsten technischen Highlights gehören:
– Advanced Composites: Die Karosserie besteht aus Naturfasern, die für eine dunklere, kohlenstoffähnliche Ästhetik sorgen und gleichzeitig leichter und stärker sind als die im Originalmodell verwendeten Glasfasern.
– Umweltbewusster Schutz: Sogar die Schutzbeschichtungen sind innovativ; Eine auf „Meersalzrückständen“ basierende Beschichtung wird verwendet, um Magnesiumsuspensionskomponenten vor Witterungseinflüssen zu schützen.
– Materialinnovation: Durch die Abkehr von Standard-Carbonfasern reagiert Lola auf den wachsenden Branchentrend, den ökologischen Fußabdruck der High-End-Fertigung zu reduzieren, ohne die strukturelle Integrität zu beeinträchtigen.
Straße vs. Rennstrecke: Zwei Versionen einer Ikone
Optisch bleibt der T70S seinem Vorgänger bemerkenswert treu und behält die klassische Silhouette bei, die das Original zu einer Rennlegende gemacht hat. Die interne Konfiguration hängt jedoch davon ab, wie der Fahrer das Fahrzeug nutzen möchte. Lola plant, zwei unterschiedliche Varianten anzubieten:
- Das Straßenauto: Ausgestattet mit einem auf Luxus ausgerichteten Innenraum mit Wildleder und hochwertigen Materialien, der auf Fahrkomfort und Ästhetik ausgelegt ist.
- Das Track Car: Eine reduzierte, leistungsorientierte Version, die für die Strapazen der Rennstrecke gebaut wurde.
Das Urteil
Während konkrete Preise und Verfügbarkeit noch nicht bekannt gegeben werden, stellt der T70S mehr als nur ein „Retro“-Projekt dar. Es ist eine Absichtserklärung einer Marke, die beweist, dass die DNA des klassischen Rennsports mit den Nachhaltigkeitsanforderungen des 21. Jahrhunderts koexistieren kann.
Der T70S versucht, die Lücke zwischen der rohen, mechanischen Seele der 1960er Jahre und den umweltbewussten technischen Anforderungen der Moderne zu schließen.






























