Die Zukunft ist kein Geheimnis mehr. Das Konzept „Vision BMW Alpina“ zeigt genau, wohin die Reise der Submarke geht. Es ist hell. Es ist schnell. Es ist bequem.
Komfort gewinnt
Alpina war nicht immer Teil des Stammbaums von BMW. Das 1965 von Burkard Bovensiepen gegründete Unternehmen begann als unabhängiger Tuner. Er wollte vor allem eines: Geschwindigkeit, die sich nicht wie eine Bestrafung anfühlte. Bovensiepen fügte einmal eine Polsterung an einem Rennwagensitz hinzu, weil eine leichte, aber brutale Sitzschale zu ermüdend zum Fahren war. Gewicht zu sparen war weniger wichtig, als nicht zu schaden. Jetzt hat BMW Alpina offiziell in den Schoß genommen. Die Mission bleibt unverändert. Baue schnelle Autos. Mach sie nett.
Das Vision-Konzept wurde beim Concorso d’Eleganza in Cernobbio erstmals vorgestellt. Es passiert dieses Wochenende in Italien. Das Auto selbst ist ein riesiges Coupé. Zweihundertvier Komma sieben Zoll lang. Platz für vier Personen. Unter der Haube sitzt ein V-8. Details sind dünn. Aber nächstes Jahr kommt ein erstes Serienauto. Es wird wahrscheinlich der gleiche Antriebsstrang verwendet. Und ja. Es basiert auf der 7er-Serie.
Design erzählt Geschichte
Der Look schreit nach Alpina der 1970er Jahre. Vor allem die Nase. Die scharfe „Shark“-Frontpartie erinnert an die B7 von vor Jahrzehnten. Seitenstreifen? Sie sind zurück. Sie werden Dekolinien genannt. Die Räder haben zwanzig Speichen. Alles andere fühlt sich für Alpina falsch an. Eine strenge Regel für das Raddesign.
Eine Falte definiert jedoch die Form. Es beginnt tief an der vorderen Ecke. Nach hinten steigt es um sechs Grad an. Sie nennen es eine Speed-Feature-Line. Die Auspuffspitzen sind viereckig und elliptisch. Optisches Flair für die Rückansicht.
Die Comfort Plus-Taste
Ist es schnell? Sicher. Es gibt einen Geschwindigkeitsmodus. Aber der wahre Witz ist die andere Einstellung. Es heißt Comfort Plus. Denn der Standard-Comfort war offenbar nicht weich genug.
Der Rücksitz dient der Entspannung. Nicht nur mitfahren. Passagiere erhalten Glaswasserflaschen. Ordentlich hinter der Konsole verstaut. Keine Dekanter. Einfach praktische Flüssigkeitszufuhr. Magnetische Halterungen halten Kristallgläser an Ort und Stelle. Warten. Sie fragen sich vielleicht, wer in einem Konzeptauto eigentlich einen Kronleuchter aus Trinkgläsern braucht. Jedes Glas verfügt über 20 geätzte Linien. Passend zu den Rädern. Natürlich tut es das.
Das Armaturenbrett nutzt das Panoramic iDrive-System von BMW. Der Passagier erhält einen eigenen Bildschirm. Warum? Wir wissen es noch nicht wirklich. Aber es ist da. Wegglühend.
Gute Wahl
In den 1960er Jahren hätte Bovensiepen Schreibmaschinen verkaufen können. Stattdessen hat er BMWs getunt. Es war eine bessere Wahl. Wahrscheinlich hat er über die Alternative gelacht. BMW ließ sich jedoch lange Zeit, ihn zu adoptieren. Jahrelange Unabhängigkeit, bevor es offiziell wurde. Das Vision-Auto lässt uns allerdings etwas weniger warten. Die Serienversion erscheint nächstes Jahr.
Möglicherweise ist es heute noch nicht zum Kauf bereit. Aber die Richtung ist klar. Schnell. Weich. Und unverkennbar Alpina.
