Es hat fünf Sitzplätze. Und vier Türen.
Dies ist nicht nur ein Elektrofahrzeug. Es ist ein Ferrari, in den tatsächlich Menschen hineinpassen.
Die Luce sprengt neue Maßstäbe. Vier Türen. Fünf Sitze. Es ist der zweite Viertürer in der gesamten Markengeschichte. Der erste überhaupt mit Rücksitzbank. Bei alten Ferraris sind die Motoren in der Mitte vorne platziert. Diese Anordnung machte Rücksitze unmöglich. Nicht mehr.
Der Akku ist im Boden versteckt. Der Buckel ist weg. Der Raum öffnet sich. Es fühlt sich von innen größer an, als es von außen vermuten lässt. Ferrari behauptet, dies sei nicht nur eine Behauptung. Es ist physischer Raum, der aus einem toten Tunnel zurückgewonnen wurde.
Der Allradantrieb ist mit von der Partie. Zum ersten Mal für ein Straßenauto.
Vier Motoren. Eines pro Rad. Aus dem F80-Superprogramm gestohlen. Sie drehen sich schnell. Wirklich schnell. Die Fronten erreichen 30.000 U/min. Rearts erreichten 25.500 U/min. Alle laufen mit 800 Volt. Da jedes Rad über einen eigenen Motor verfügt, wird die Drehmomentverteilung präzise. Keine störenden mechanischen Differenziale. Nur direkte Kontrolle. Ferrari sagt, dass mechanische Systeme diese Präzision nicht erreichen können.
Dann sind da noch die Räder. Massive. 23-Zoll-Fronten. 24-Zoll-Rückseite. Das größte gestaffelte Set, das Ferrari jemals an ein Serienauto geschraubt hat.
Jony Ive macht keine Kurven ohne Bedeutung
Warum den ehemaligen Chief Design Officer von Apple hinzuziehen?
LoveFrom ist nicht wegen eines Anstrichs hier. Ferrari gab ihnen die Schlüssel. Echte. Vom Konzept bis zur Ausführung. Das Maranello-Team hat noch nie zuvor Außenseiter so führen lassen. Immer.
Die Idee? Einfachheit.
Glatte Schalen. Keine Aussparungen. Keine harten Linien, die die Oberfläche durchbrechen. Es sieht aus wie ein Glashaus. Die Fenster reichen nach unten. Aerodynamische Flügel schweben vorne und hinten. Sie wachsen nicht aus dem Körper heraus. Sie schweben darum herum.
Das Innere passt zur Atmosphäre.
Kein billiger Besatz. Bearbeitete Aluminiumknöpfe. Zifferblätter. Schaltet um. Samsung Display stellt die maßgeschneiderten OLEDs her. Das Lenkrad besteht aus recyceltem Aluminium. Solide. Der Schlüssel? Corning Gorilla Glas. E-Ink-Display. Zum Starten wird es an der Konsole angedockt. Gelb flutet die Bildschirme.
„Jede Materialauswahl… wird als individuelle Produktentscheidung behandelt“
Ferrari nennt es Industriedesign. Keine Kfz-Innenausstattung.
Eine E-Gitarre für unterwegs
Die Geschwindigkeit spielt hier keine Rolle. Der Lärm schon.
Fünf Jahre Testfahrten auf der Rennstrecke. 40.000 Kilometer. Nur um den Ton richtig hinzubekommen. Die meisten Elektrofahrzeuge täuschen Geräusche mit Lautsprechern vor. Luce fängt die Realität ein.
Am Hinterachsgehäuse sitzt ein Sensor. Es spürt die Vibration rotierenden Metalls. Echte Mechanik. Echtzeit. Dieses Signal wird gefiltert. EQ’d. Verstärkt.
Es funktioniert wie ein E-Gitarrenverstärker. Der Körper vibriert. Der Ton folgt. Es ändert sich mit dem Drehmoment. Mit Geschwindigkeit. Mit deinem Fuß. Es atmet.
Der Range-Modus sorgt für Ruhe. Der Performance-Modus lässt es brüllen. Innen und außen. Ferrari hat es patentieren lassen. Offensichtlich.
Zurück nach Rom
Die Enthüllung fand in der Vela di Calabrava statt. In Rom.
Zufälliger Ort? Nein.
Vor 79 Jahren. Heute. Ein 125 S Ferrari gewann den Gran Premio di Roma. Erster Sieg in der Geschichte. Schauplatz waren die Caracalla-Thermen.
Ferrari kehrt nach Rom zurück, um ein neues Kapitel zu beginnen. Sie mögen Symbolik. Sie überlassen es nie dem Zufall.
