Die verschwindende Flotte Großbritanniens: Ein Schrott-Albtraum

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Dreiviertelmillion Autos. Einfach weg.

Jedes einzelne Jahr. Sie rollen nicht einfach in den Sonnenuntergang oder ziehen sich still in eine Garage in Cotswold zurück. Sie verschwinden im Graumarkt. Gestohlen. Geschabt. Ausgeliefert.

Andy Latham sitzt auf dem Vorsitz der Vehicle Recyclers Association. Er sagt, das Problem sei riesig. Nicht Hunderte. Tausende. Zehntausende. Eine an die DVLA gerichtete Anfrage zur Informationsfreiheit bestätigte, was die Branche bereits geflüstert hatte. Jährlich bleiben zwischen 650.009 und 841.500 Fahrzeuge einfach unberücksichtigt. Das ist eine riesige Menge an fehlendem Metall.

Einige Besitzer deklarieren sie legal für nicht mehr auf der Straße. Gut.

Dann ist da noch der Rest.

Die kriminelle Sorte. Autos wurden gestohlen und dann auf nicht lizenzierten Werften zerlegt oder mit gefälschten Papieren exportiert. Es ist ein Geisterhandel. Andy sagt, dass es hier keine Sicht gibt. Eigentlich keine Durchsetzung. Nur Lücken im Zaun, die groß genug sind, damit die organisierte Kriminalität mit ihren Lastwagen hindurchfahren kann. Sie zerlegen diese Fahrzeuge, verpacken die Container und versenden Reifen und Motoren ins Ausland. Die restlichen Teile landen auf Online-Marktplätzen. Verkauf durch nicht lizenzierte Demontagebetriebe. Derzeit gibt es wahrscheinlich mehr als tausend dieser Schurkenoperationen.

Kostet es Sie Geld? Ja. Es macht die Straßen weniger sicher. Es treibt die Versicherungsprämien für alle in die Höhe. Immer alle.

Die Regeln sind eigentlich einfach. Sie können ein Fahrzeug nicht exportieren, ohne es der DVLA mitzuteilen. Sie können es nicht ohne eine Vernichtungsbescheinigung einer autorisierten Stelle entsorgen. Es ist Papierkram. Einfache Papierarbeit, die Kriminelle ignorieren.

Was machen sie also? Sie fälschen den Ausweis.

Geklonte Platten. Geisterteller. Erfundene Zahlen, die Sie im digitalen System verschwinden lassen sollen. Die ANPR-Kameras, die jede Meile der Autobahn überwachen, können nicht anders, als ausgetrickst zu werden. Von den einhundert Millionen Platten, die diese Kameras täglich lesen, produzieren ein bis zwei Prozent unlesbare Daten. Das mag klein klingen, bis Sie es durchgerechnet haben. Es sind Millionen von Fehlschlägen. Ein bewusster Teil dieses Versagens ist der Versuch, zu verbergen, wer Sie sind und was Sie fahren.

Das Kfz-Versicherungsbüro nennt es so. Ein zerbrochenes Fenster zur Fahrzeugidentifizierung. Diese gefälschten Kennzeichen stehen in direktem Zusammenhang mit betrügerischen Drogendealern und Syndikaten der organisierten Kriminalität. Sie werden aber auch von gewöhnlichen Gaunern genutzt, um Bußgelder wegen Staugebühren und Versicherungsschecks zu umgehen. Wenn man sich die Geldstrafe anschaut, ist es billiges Verbrechen. Teures Verbrechen, wenn man den Schaden betrachtet.

Martin Saunders vom MIB hasst es. Er sagt, diese Fahrer verstecken sich vor aller Augen und wir sollten das nicht dulden. Der Satz selbst klingt absurd. Wie kann man sich verstecken, wenn man unterwegs in Sichtweite ist?

Louise Fletcher hat es auf die harte Tour herausgefunden. Sie ist eine Krankenschwester aus Worthing und kümmert sich den ganzen Tag um Patienten mit Herzinsuffizienz. Am Abend beschäftigte sie sich mit den Folgen dieses Plattenchaos.

Das System ist kaputt. Die Teller liegen. Und irgendwo in West Sussex steht ein gestohlenes Auto unter einer Plane und wartet darauf, dass seine Teile an jemanden verkauft werden, der keine Fragen stellt.

Wir fragen uns, wie viele andere Autos noch unter uns fahren. Nur so tun.